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Horstmanns Dissertation verfolgt die Absicht, sich über die strittigen und vorwiegend dichotomischen Urteile der Poe-Forschung in Bezug auf Poes literarische Praxis zu erheben. Geleistet wird dies durch eine Restauration der ideengeschichtlichen Bindungen Poes, und zwar sowohl im Rückblick auf die europäische und amerikanische Literaturtheorie des 18. und frühen 19. Jahrhunderts, als auch vorausschauend auf eine bereits strukturierte Rezeption. Ansätze zu einer technomorphen Theorie der Dichtung bei Edgar Allen Poe. Herbert Lang, Bern; Peter Lang, Frankfurt am Main 1975. |
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„Der poststrukturalistische Mythos der Ontosemiologie, die Behauptung der alleinigen Existenz referenzfreier Zeichen und die daraus folgende Entstofflichung der Empirie zum linguistischen Phantom ist nämlich im Grunde ein aberwitziges System, das allein in den Studierstuben und Bibliotheken zur Existenz gelangen konnte und auch nur in jenen Ghettos der écriture einen Hauch von Plausibilität zu gewinnen vermag.“ Parakritik und Dekonstruktion. Eine Einführung in den amerikanischen Poststrukturalismus. Königshausen und Neumann, Würzburg 1983. |
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„Ästhetizismus und Dekadenz revoltieren gegen diesen Absolutheitsanspruch ästhetischer Anthropozentrik und suchen erstmals nach Beschreibungskategorien für eine nicht-humanistische, menschenferne und anthropofugale Kunst.“ Ästhetizismus und Dekadenz. Zum Paradigmakonflikt in der englischen Literaturtheorie des späten 19. Jahrhunderts. Wilhelm Fink Verlag, München 1983. |
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Nur schwer wird man sich dessen enthalten können, den Autor als Ketzer, seiner Thesen als blasphemisch zu brandmarken. Gilt ihm doch das Leben der menschlichen Gattung nicht nur nicht mehr als erhaltenswert, sondern erscheint ihm die menschenleere, vermoderte Welt auch als überaus wünschbar und plädiert er offen und ohne jede Ironie für die unwiderrufliche Abschaffung des Menschen. Das Untier. Konturen einer Philosophie der Menschenflucht. Medusa Verlag, Berlin 1983. |
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Schonungslos die Selbstzensur jener aufdeckend, die er als Zeugen seiner Theorie aufruft, appelliert Horstmann gegen den Selbsttäuschungsmechanismus der aufklärerischen Vernunft, an das mythische Bewußtsein von Götterdämmerung und Kataklysmus. In der modernen Waffentechnologie hat sich das Untier, der Mensch, das Mittel verschafft, den Evolutionsprozeß bewußt und planvoll zu Ende zu bringen – mit der kollektiven Selbstvernichtung der Menschheit. Das Untier. Konturen einer Philosophie der Menschenflucht. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1985. |
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Gäbe es den Anschauungsunterricht der „großen“ Historie nicht, so könnte einen schon die Binnengeschichte der Melancholie melancholisch werden lassen angesichts jenes unermüdlichen Verkleinerns, Verkennens und Verketzerns, das in ihr den Ton angibt. Die Medizin, die Theologie, die „aufgeklärte“ Philosophie, sie alle entwickeln „Roßkuren“ gegen die Schwermut. Ihre Triumphe sind endlos, während die Melancholie von Niederlage zu Niederlage taumelt und – sich in jeder einzelnen wiedererkennt und wiedergebiert. Der lange Schatten der Melancholie. Versuch über ein angeschwärztes Gefühl. Verlag Die blaue Eule, Essen 1985. |
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In seinen brillant verfassten Essays übt der Philosoph und Schriftsteller Ulrich Horstmann aus pessimistischer Weltsicht scharfsinnig und satirisch Kritik an einer ihm fragwürdig gewordenen Menschheits- und Zivilisationsgeschichte. Mit intellektueller Eloquenz und frappierenden Denkansätzen mutet Horstmann dem Leser eine aufregende, an die Substanz gehende Lektüre zu, in der das „Prinzip Umsonst“ leitmotivisch die Schlussakkorde intoniert. Ansichten vom Großen Umsonst. Essays. Gütersloher Verlagshaus Mohn, Gütersloh, 1991. |
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„Es existiert eine Freude des Freigebens, mit dem man dem nachsieht und nachdenkt, was von Natur aus (menschen)flüchtig ist. Das Handwerkszeug der Philologie wirkt in solchen Fällen oft grobschlächtig und taktlos. Es brauchte behutsamere Umgangsformen. Hoffen wird, daß sie sich wie von selbst aus der Scheu entwickeln, einem Menschen zu nahe zu treten, der auf Distanz hielt. Und lassen wir es guten Gewissens zu, wenn die Interpretationen darüber auch die Ausgangssperre in eigener Sache aufgeben und zu Meditationen werden.“ Jeffers-Meditationen oder Die Poesie als Abwendungskunst. Mattes Verlag, Heidelberg 1998. |
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„Meine Illustrationen erfüllen einen doppelten Zweck. Zum einen sprechen sie den Interessierten an, der den Text nicht kennt, und machen mit ihrer getrübten Farbigkeit auf die apokalyptische Grundstimmung des Buches aufmerksam. Zum anderen fordert die hintergründige Sinngebung (...) denjenigen, der sich bereits mit dem ‚Untier‘ beschäftigt hat, heraus.“ Das Untier. Konturen einer Philosophie der Menschenflucht. Illustration und Gestaltung: Jutta Nelißen. Diplomarbeit, FH Darmstadt, WS 1999/2000. |
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Man kann exakt Kurs halten und doch Schiffbruch erleiden – wenn man die Strömungen nicht mit einkalkuliert und die Eigenbewegung des Durchkreuzten mißachtet. Horstmanns neuer Essayband „Abdrift“ beobachtet solche Versetzungsbewegungen, bei denen unsere zielsichere Vernunft auf Grund läuft: nach der übertakelten Jahrtausendwende und vor der medizinischen Totaloperation, während eines Anfalls digitaler Visualisierungswut und inmitten der Elmsfeuer der Sucht. Abdrift. Neue Essays. Igel Verlag, Oldenburg 2000. |
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„Der Alptraum beginnt mit der Verkehrung der poetic zur poetical licence, der Verwandlung dichterischer Freiheit in die Willkür der Kommentatoren; und wie von selbst wächst er sich zu einer grotesken Fastnacht aus. Denn haben wir in den vergangenen Jahrzehnten etwa nicht die tollen Tage der Theorie erlebt? (...) Führte nicht eine höhere Narretei das Regiment, die sich in immer grelleren Kostümierungen und konzeptuellem Mummenschanz gefiel?“ Ausgewiesene Experten. Kunstfeindschaft in der Literaturtheorie des 20. Jahrhunderts. Verlag Peter Lang, Frankfurt am Main 2003. |
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So wie Jonathan Swift in „A Modest Proposal“ der irischen Malaise auf ausgekochte Weise, nämlich durch die Kulinarisierung der Kinder, beizukommen suchte, macht auch Horstmann für den irren Kriegstreiber Homo sapiens einen Vorschlag zur Güte. Das Untier. Konturen einer Philosophie der Menschenflucht. Verlag Johannes G. Hoof, Warendorf 2004. |
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J. M. Coetzee (...) wurde von der internationalen Kritik aufgebaut. Horstmanns Studie fragt nach den Gründen und Interessen. Gleichzeitig werden die Vor-Haltungen und Vorgaben betrachtet, aus denen heraus Coetzee schreibt und von denen er sich nur mühsam befreien kann. Die Sozialisation im von Apartheid geprägten Südafrika ist eine solche Hypothek, nicht anders als die Doppelexistenz als Literat und Literaturwissenschaftler, der die Kreativität seines Alter ego mit postmodernen Dogmen umstellt. J. M. Coetzee. Vorhaltungen. Verlag Peter Lang, Frankfurt am Main et al. 2005. |
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Schriftsteller wollen immer schreiben, denkt man. Doch es gibt Ausnahmen: Dichter, die das Schreiben aufgegeben haben. Warum? Und wie kommen sie damit zurecht? Ulrich Horstmann porträtiert diese ungewöhnlichen Menschen (von Hölderlin über Rimbaud bis Saliger und Hildesheimer) und untersucht die unterschiedlichen Motive und Strategien des Verzichts. Die Aufgabe der Literatur oder Wie Schriftsteller lernten, das Verstummen zu überleben. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2009. |
