Presse- und Netzmeldungen zu untier.de

Ohne Menschen

Ob man die Schriften von Ulrich Horstmann lesen sollte, ist zumindest umstritten. Horstmann nennt sein Denken „anthropfugal“. Das heißt „menschenfliehend“ und ist wörtlich gemeint. Die Probleme der Menschheit nämlich könnten nur durch die Abschaffung der Menschheit gelöst werden, meint der Professor für Anglistik an der Universität Gießen. Enge Anhänger seiner Lehre haben ihm eine Website unter dem passenden URL www.untier.de gewidmet. Man findet hier so viele Zitate, Werkübersichten und Rezensionen, dass die Frage einer weiteren Lektüre entscheidbar wird. Man muss nicht. Unerklärlich ist nur, warum online ein Java-Applet startet, bevor irgendetwas von Horstmann zu sehen ist. Vielleicht liegt es an seiner pessimistischen Theorie?

(Die Tageszeitung, 29.6.2000)

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Goldmedaille für untier.de

Eine herausragende Leistung ist den Köpfen hinter untier.de gelungen. In Zeiten, da Marketingkonzepte die „Künstler“ zu fragwürdigen Politevents inspirieren, hat sich uns das Untier Horstmann durch die ganz und gar nicht aristotelische Hebammenkunst des Webdesigns wie ein Wunder substantiiert. Das ist eben die Kunst, eigene Gedanken in eigenen Räumen unter natürlichen Bedingungen mit geduldiger Hand zu züchten. Diese Distanz des Philosophen zu seiner Zeit, ihre Berechtigung und Notwendigkeit zu kultivieren, scheint ein Anliegen des virtuellen Untiers zu sein. Es floh vor der Ignoranz der kinästhetischen Dominanz der postmodernen Lebenswelt hinter die Glasscheibe unserer Notebooks und hockt halb verächtlich lächelnd und halb verzweifelt in der Sicherheit derer, die schon immer keine Entscheidung darüber treffen wollten, ob Grenzen Verbindungen oder Trennungen sind.

(Jörg Wittkewitz, Redaktion von wortwaal.de)

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Das Untier im Netz

Fast unbemerkt wurde das Internet wieder einmal um eine Attraktion reicher. Die (…) mittlerweile preisgekrönte Webseite www.untier.de ist Ulrich Horstmann gewidmet, als Namengeber fungiert sein gleichnamiges Buch. (...) Erfreulicherweise bietet die Seite eine nahezu komplette Übersicht über die Werke Horstmanns und führt uns durch eine Reihe aussagekräftiger Textbeispiele, die nicht nur auf den ersten Blick charakteristisch für sein literarische Schaffen sind. (...) Die Seite ist zweifellos vielversprechend, auch wenn sich einige Bereiche der Homepage noch im Aufbau befinden, vorbildlich sind jedenfalls die informativen Links und die Querverweise auf weitere Online-Veröffentlichungen Horstmanns bei www.literaturkritik.de. Auch die Stimmen der Printpresse wurden nicht ausgespart. Interessant und facettenreich sind die ausgewählten Essays über den Autor. (...) Eine in vieler Hinsicht empfehlenswerte Webseite für alle Melancholiker, solche, die es werden wollen und auch für jene prosaischen Menschen, die einfach nur kompetente Auskunft zur Person Ulrich Horstmann wünschen. Prädikat: weiterempfehlen!

(Mark-Tell Weber, shanghaiopera.de)



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